Rosemarie Pfeiffer verstorben

Ein Nachruf von Frank und Steffen Gottert (Leipzig Marathon e.V.)

1977, genau zu ihrem 39 Geburtstag, beschenkte sich die Leipziger Sportlehrerin selbst. In 3:53:55,4 siegte sie beim 1. Leipzig Marathon, damals noch KMU-Marathon (KMU= Karl-Marx-Universität) und machte so deutlich, dass der Marathonlauf auch bei den Frauen der Leipziger Laufbewegung angekommen ist. In der Szene war die Siegerin vom Leipziger Verein BSG Motor Ost freilich bekannt. 1973 startete sie bereits beim Göltzschtal-Marathon in Lengenfeld und stellte dabei mit 4:01:28 Std. den 1. DDR-Rekord der Frauen im Marathonlauf auf. Das ist bemerkenswert, weil erst 1982 der Marathonlauf für Frauen zur olympischen Disziplin erklärt und dann auch gefördert wurde.
1976 nahm sie am Marathonlauf der BSG Turbine Bewag in Berlin teil. Dort hatte sie das große Glück, gemeinsam mit dem 60-jährigen Altmeister der deutschen, später der DDR-Elite, dem Greizer Walter Tröger, laufen zu können. In der Berliner Abendzeitung erschien dazu ein Foto mit der Überschrift „Laufliebe“.

Rosemarie Pfeiffer Rosemarie Pfeiffer

Das gefiel der Leipziger Läuferin. Liebe zum Laufen – das war es, was sie trug, was sie als eine Wegbereiterin der Laufbewegung in Leipzig und darüber hinaus in der DDR ausmachte. Viele wohlbekannte Leipziger Läuferinnen, wie Katrin Dörre, Tatjana Semjonowa, Carina Schipp, Laura Clart oder Juliane Meyer wandelten bisher auf ihren Spuren. Das ist vielleicht das Schönste, was sie erreichen konnte.
Wir erinnern uns gern an Rosemarie Pfeiffer und trauern um sie.

Rosemarie Pfeiffer (18.06.1938 – 01.12. 2020)

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